Wolfgang Seelbach
Wolfgang Seelbach

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Das Wichtigste zur Studie

Meine Zusammenfassung unter Einbeziehung eines Vortrags von Kai Unzicker, Bertelsmann Stiftung,  am Kommunaltag 2018 der GbK

 

 

Die Studie 'Sozialer Zusammenhalt in Deutschland' basiert auf 5000 Befragungen.

Das Ergebnis ist teilweise widersprüchlich. Auf die Frage „Ist der Zusammenhalt gefährdet?“ sagen viele ja. Aber auf die Frage „Wie gut ist der Zusammenhalt in Ihrer Gegend?“ sagen viele „gut“.

 

Definition des Begriffs 'Zusammenhalt'

Zusammenhalt hat drei Ausprägungen:

 - Beziehungen der Menschen zueinander

 - Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft, Vertrauen zu den Institutionen

 - Gerechtigkeit der Ordnung

 

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Ergebnisse der Bundesländer liegen eher alle im mittleren Bereich, die Unterschiede sind nicht groß.

Allerdings gibt es beim Grobergebnis Schwächere Werte im Osten, NRW und SH/HH.

Das Gerechtigkeitsempfinden hat i.d.R. überall die schwächsten Werte.

Identifikation, Anerkennung und soziale Regeln sind meistens gut ausgeprägt.

Brandenburg hat den zweitniedrigsten Wert aller Bundesländer!

 

Ausgewählte Bereiche im Einzelnen

 - Vertrauen in Mitmenschen,

 - Akzeptanz von Diversität,

 - Vertrauen in Institutionen,

 - Gerechtigkeitsempfinden

 

Ländlicher Raum

Im ländlichen Raum kommt man seltener in die Lage, Vertrauen in Fremde aufzubauen, das Vertauen in Mitmenschen ist geringer als in der Stadt.

Entsprechend gebt es auch auf dem Land eine geringere Akzeptanz von Diversität bei Nachbarn.

Vertrauen in Politische Parteien

Politische Parteien und Regierungen hatten noch nie viel Vertrauen, das hat aber noch mal abgenommen. Nur 30% haben Vertrauen in die Bundesregierung (BRB 18%). 45% in BRB vertrauen Parteien nicht (Bund 36%). Gerichte und Polizei haben deutlich mehr Vertrauen.

Gefühlte Gerechtigkeit

Nur 8% meinen, dass die Gewinne gerecht verteilt sind (BRB 1% aufgerundet!).

"Leistung wird gerecht vergütet": 20% 'ja' bundesweit, 9% BRB.

Korrelation: Zusammenhalt und Lebenszufriedenheit sind eng verbunden.

 

Unterschiede zwischen Regionen hängen stark am

-          Wohlstand (Bruttoinlandsprodukt/Kopf, Einkommensungleichheit, Anteil Mindestsicherung)

-          Teilhabechancen (Bildung, Arbeitslosigkeit)

-          Demographie (Altersdurchschnitt, Bevölkerungsdichte)

Kein Effekt ist beim Migrantenanteil festzustellen, aber:
Je höher die Kohäsion, desto leichter fällt der Umgang mit Vielfalt.
Je höher der Zusammenhalt: Zustimmung Aufnahme Flüchtlinge, Optimismus

Der Anteil der Vielfaltskeptiker ist in BRB am höchsten (bundesweit ca. 40%, BRB ca. 61%, Sachsen ca. 58%).

Von den 61% sind

 - 10,5% 'Zweifler', die im Sinne von "muss das sein?" kritisch gegenüber Zuwanderern eingestellt sind, aber ggf. auch helfen

 - 16,3% Verunsicherte, die Angst vor eigenem Abstieg haben

 - 7,9% Frustrierte, die aber immerhin noch Kontakt zu Leuten haben, denen es besser geht, und zur Stammwählerschaft der AfD gehören

 - 4,2% Ausgegrenzte, die die Zivilgesellschaft nicht mehr erreicht.

Lokale und regionale Besonderheiten

Unerwartet gute Ergebnisse gibt es in Stadtteilen, in denen es z. B. einen Verein oder eine Wohnungsbaugesellschaft gibt, der bzw. die einen starken Zusammenhalt schafft.

Im Osten gibt es ähnliche Muster wie in anderen postsozialistischen Staaten.

Mehr unter www.gesellschaftlicher-zusammenhalt.de .

 

 

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